Ivomec®

IVOMEC®

ad us. vet.
Injektionslösung. Behandlung und Bekämpfung von Ekto- und Endoparasiten bei Rindern, Schafen und Schweinen.

 

ZUSAMMENSETZUNG

Ivermectinum 10mg
Glyceroli forma 0.4ml
Propylen glycolum qs ad 1ml

 

EIGENSCHAFTEN / WIRKUNGEN

Ivomec ist ein injizierbares Antiparasitikum für Rinder, Schafe und Schweine. Die Stoffgruppe der Avermectine, zu denen Ivermectin gehört, wirkt gegen Nematoden (Rundwürmer) und Arthropoden (Gliederfüssler) durch Hemmung der Impulsübertragung zwischen Nervenzellen oder zwischen Nerven- und Muskelzellen. Die Parasitenwerden gelähmt und sterben schliesslich ab. Ivermectin wirkt nicht gegen Leberegel und Bandwürmer. Ivermectin zeichnet sich durch eine hohe Sicherheitsspanne aus und hat keine erkennbare Wirkung auf Säugetiere, da es deren zentrales Nervensystem aufgrund der Blut- Hirnschranke in der Regel nicht erreicht. Ivomec ist so formuliert,dass die empfohlene Dosis von 0,2 mg Ivermectin/kg KGW bei Rind und Schaf sowie von 0,3 mg Ivermectin/kgKGW beim Schwein leicht verabreicht werden kann.

 

PHARMAKOKINETIK

Nach subkutaner Injektion von Ivomec wird der Wirkstoff Ivermectin resorbiert. Maximale Plasmaspiegel sind nach 1-2 Tagen erreicht. Diese bauen sich langsam ab, sodass wirksame Konzentrationen über mehrere Tage hinweg auftreten.
Aufgrund der lipophilen Eigenschaften sind Ivermectin-Rückstände in Leber und Fett länger nachweisbar als in den übrigen essbaren Geweben.

 

INDIKATIONEN

RIND
Ivomec ist angezeigt zur Behandlung und Bekämpfung der nachfolgenden Parasiten:
Magen- und Darmrundwürmer
Ostertagia spp. (adulte, L3 und L4, einschliesslich inhibierte Ostertagia ostertagi)
Haemonchus placei (adulte, L3 und L4)
Trichostrongylus spp. (adulte und L4)
Cooperia spp. (adulte und L4)
Oesophagostomum radiatum (adulte, L3 und L4)
Nematodirus spp. (adulte)
Strongyloides papillosus (adulte)
Bunostomum phlebotomum (adulte, L3 und L4)
Toxocara vitulorum (adulte)
Lungenwürmer
Dictyocaulus viviparus (adulte, L4 und inhibierte Stadien)
Andere Rundwürmer
Parafilaria bovicola (adulte)
Thelazia spp. (adulte)
Dasselfliegen (parasitische Stadien)
Hypoderma spp.
Läuse
Haematopinus eurysternus
Linognathus vituli
Solenopotes capillatus

Räudemilben
Psoroptes communis var. bovis
Sarcoptes scabiei var. bovis
Das Präparat kann auch zur Behandlung von Chorioptes bovis und Damalinia bovis eingesetzt werden, aber die Elimination der Parasiten kann unvollständig sein.
Mit der empfohlenen Dosis von 0,2 mg Ivermectin pro kg KGW kontrolliert Ivomec wirksam bis mindestens 7 Tage nach der Behandlung Infektionen von Ostertagia spp. und Cooperia spp. sowie bis mindestens 14 Tagenach der Behandlung Infektionen von Dictyocaulus viviparus.
Behandlung gegen Rinderdasseln
Ivomec ist hochwirksam gegen alle Stadien der Rinderdasseln, jedoch sollte der Behandlungszeitpunkt richtig gewählt werden. Der günstigste Zeitpunkt ist unmittelbar nach Ende der Schwärmzeit der Dasselfliege. Werden Hypoderma-Larven zu einem Zeitpunkt abgetötet, zu dem sie sich in lebenswichtigen Bereichen des Wirtes befinden, können - obgleich nicht ursächlich auf Ivermectin zurückführbar - unerwünschte Wirt-Parasit-Reaktionen auftreten. Das Abtöten von Hypoderma lineatum im ösophagealen Gewebe kann Blähungen verursachen. Wird Hypoderma bovis im Wirbelkanal abgetötet, kann es zu kollerartigen Symptomen oder Lähmungen kommen. Deshalb sollten Rinder entweder vor oder nach der Entwicklung dieser Stadien der Dasselfliege behandelt werden. Tiere, die nach Ende der Schwärmzeit mit Ivomec behandelt wurden, können in der Wintersaison erneut mit Ivomecgegen Endoparasiten, Räudemilben oder Läuse behandelt werden, ohne Gefahr von Reaktionen im Zusammenhang mit Dasselfliegen.

SCHAF
Ivomec ist angezeigt zur Behandlung und Bekämpfung der nachfolgenden Parasiten:
Magen- und Darmrundwürmer
Ostertagia circumcincta* (adulte, L3 und L4, einschliesslich inhibierte Stadien)
Ostertagia trifurcata (adulte und L4)
Haemonchus contortus* (adulte, L3 und L4)
Trichostrongylus axei (adulte)
Trichostrongylus colubriformis (adulte, L3 und L4)
Trichostrongylus vitrinus (adulte)
Cooperia curticei (adulte und L4)
Oesophagostomum columbianum (adulte, L3 und L4)
Oesophagostomum venulosum (adulte)
Nematodirus filicollis (adulte und L4)
Nematodirus spathiger (L3 und L4)
Chabertia ovina (adulte, L3 und L4)
Trichuris ovis (adulte)
Strongyloides papillosus (L3 und L4)
Lungenwürmer
Dictyocaulus filaria (adulte, L3 und L4)
Protostrongylus refescens (adulte)
Nasen-Dasselfliegen
Oestrus ovis (alle Larvenstadien)
Räudemilben
Psoroptes communis var. ovis**
Sarcoptes scabiei var. ovis
*Benzimidazol-resistente Stämme werden ebenfalls erfasst.
**Eine Einzelinjektion reduziert deutlich die Anzahl von Psoroptes communis var. ovis und führt meist zu einem Rückgang der klinischen Räudesymptome. Zwei Injektionen im Abstand von 7 Tagen sind erforderlich, um lebende Milben abzutöten.

SCHWEIN
Ivomec ist angezeigt zur Behandlung und Bekämpfung der nachfolgenden Parasiten:
Magen- und Darmrundwürmer
Ascaris suum (adulte und L4)
Hyostrongylus rubidus (adulte und L4)
Oesophagostomum spp. (adulte und L4)
Strongyloides ransomi* (adulte)
Trichuris suis** (adulte)
Lungenwürmer
Metastrongylus spp. (adulte)
Läuse
Haemotopinus suis
Räudemilben
Sarcoptes scabiei var. suis
*Die Behandlung von Sauen 7-14 Tage vor dem Abferkeln verhindert zuverlässig die galaktogene Uebertragungvon Strongyloides ransomi auf die Ferkel.
** In Studien war Ivomec 80% wirksam gegen Trichuris suis.

 

DOSIERUNG / ANWENDUNG

Rind
1 ml pro 50 kg KGW entsprechend 0,2 mg Ivermectin pro kg KGW subkutan verabreichen.
Ivomec kann mit jeder Standardspritze (automatisch oder Einzeldosis) verabreicht werden.
Dosen über 10 ml sollten auf 2 Injektionsstellen verteilt werden. Andere parenteral zu applizierende Arzneimittelsollten nicht an der gleichen Stelle gegeben werden.

Schaf
0,5 ml pro 25 kg KGW entsprechend 0,2 mg Ivermectin pro kg KGW subkutan verabreichen.
Ivomec kann mit jeder Standardspritze (automatisch oder Einzeldosis) verabreicht werden.
Bei sehr wolligen Schafen darauf achten, dass die Nadel vor der Injektion Wolle und Haut durchdrungen hat.
Hinweis: nach subkutaner Injektion zeigen manche Tiere vorübergehende Schmerzäusserungen, die kurzfristig heftig sein können.

Schwein
1 ml pro 33 kg KGW entsprechend 0,3 mg Ivermectin pro kg KGW subkutan verabreichen, in Hautfalte am Ohrgrund.Bei Ferkeln unter 16 kg KGW, für die eine Dosis von weniger als 0,5 ml Ivomec angezeigt ist, auf sorgfältige Dosierung achten. Spritzen, die sich auf 0,1 ml genau dosieren lassen, sind dafür empfohlen.Ivomec kann mit jeder Standardspritze (automatisch oder Einzeldosis) verabreicht werden.

Parasitenbekämpfungsprogramm beim Schwein

  • Zuchtschweine
    Es ist wichtig, dass zu Beginn eines jeden Parasitenbekämpfungsprogramms alle Tiere in der Herde behandeltwerden. Danach sollte Ivomec regelmässig wie folgt eingesetzt werden:
    Sauen: Vor dem Ferkeln behandeln, vorzugsweise 7-14 Tage davor, um die Infektion der Ferkel so niedrigwie möglich zu halten.
    Jungsauen: 7-14 Tage vor dem Decken behandeln. 7-14 Tage vor dem Ferkeln behandeln.
    Eber: Die Behandlungszeiträume sollten dem Parasitenvorkommen angepasst werden; eine mindestenszweimalige Behandlung pro Jahr ist anzuraten.
  • Mastschweine
    Behandlung vor Aufstallung im Maststall, ansonsten sind die Behandlungen dem Infektionsdruck anzupassen.
    Bei Tieren mit Weidegang kann nach Reinfektion eine Wiederholungsbehandlung notwendig sein.

Anmerkung

  1. Ivomec erzeugt einen anhaltend hohen Wirkstoffspiegel, der ausreicht, um Räudemilben während ihres gesamten Lebenszyklus abzutöten. Da jedoch der Effekt von Ivermectin nicht sofort einsetzt, sollten Schweine erstca. 1 Woche nach Behandlung in saubere Buchten eingestallt bzw. mit räudefreien Schweinen zusammengebrachtwerden. Sauen sollten mindestens 1 Woche vor dem Abferkeln behandelt werden, um eine Uebertragung der Milben auf die neugeborenen Ferkel zu verhindern.
  2. Gegen Läuseeier, deren Schlupfzeit bis zu 3 Wochen beträgt, ist Ivomec nicht wirksam. Nach dem Schlüpfenauftretender Läusebefall kann eine Wiederholungsbehandlung notwendig machen.

 

ANWENDUNGSEINSCHRÄNKUNGEN

Kontraindikationen
Ivomec ist nur für Rinder, Schafe und Schweine zugelassen und soll nicht bei anderen Tierartenangewendet werden.
Vorsichtsmassnahmen
Nicht intramuskulär oder intravenös verabreichen. Der häufige und wiederholte Einsatzsowie Unterdosierung kann zu Resistenzentwicklung führen.

 

UNERWÜNSCHTE WIRKUNGEN

In seltenen Fällen kann es bei Rindern zu leichten Schwellungen an der Injektionsstelle kommen. Es handelt sichum ein Gewebeödem, das ohne Behandlung von selbst wieder abklingt.

 

ABSETZFRISTEN

Rind
Essbare Gewebe: 49 Tage

Schaf, Schwein 
Essbare Gewebe: 28 Tage

Milch
Laktierende Tiere sind von der Behandlung auszuschliessen.Nicht innerhalb von 28 Tagen vor dem Kalben oder Ablammen behandeln.

 

WECHSELWIRKUNGEN

Bei vorher durchgeführter Lungenwurmvakzinierung sollte die Behandlung mit Ivomec nicht vor Ablauf von14 Tagen nach der zweiten Vakzinierung durchgeführt werden.

 

SONSTIGE HINWEISE

  • Umweltsicherheit
    Ivermectin wird vorwiegend im Kot behandelter Tiere ausgeschieden. Hauptkomponente ist dabei der unveränderte Wirkstoff.
    Durch Ivermectin im Kot werden bestimmte Arten der Dungfauna (z.B. Fliegenlarven und Dungwürmer) in ihrerEntwicklung beeinträchtigt. Der Dungabbau wird jedoch nicht verzögert. Wie Studien belegen, wird Ivermectin nach erfolgter Ausscheidung an Bodenbestandteile gebunden und so langsam freigesetzt, dass ein relevanter Uebergang in Gewässer nicht zu erwarten ist.
    Da freies Ivermectin für Fische und bestimmte im Wasser lebende Organismen gefährlich sein kann, sollten Behältnisse und Arzneimittelreste unschädlich beseitigt werden.
  • Vor Licht schützen, Flasche in Schachtel und bei Raumtemperatur (15°- 25°C) aufbewahren.
  • Arzneimittel für Kinder unerreichbar aufbewahren.
  • Aufbrauchfrist nach 1. Entnahme: 28 Tage.
  • Das Medikament darf nur bis zu dem auf dem Behälter mit «Exp.» bezeichneten Datum verwendet werden.

 

PACKUNGEN

Flasche zu 50 ml.

Swissmedic: 50’656 (A)
ATC vet Code QP54AA01

ZULASSUNGSINHABERIN
BIOKEMA SA
Crissier-Lausanne

Stand der Information: April 2011.